Kerzen selber ziehen

Dieses Material brauchen Sie:

  • Plastikfolie oder Zeitungen
  • Holzlatte + Nägeln
  • alter Topf oder Tauchgefäß (oder Wachsschmelzgerät)
  • Wachs, Dochte
  • Thermometer
  • Löffel
  • Rührstab aus Metall oder Holz
  • Arbeitstisch
  • Schere und Messer

Raum vorbereiten
Decken Sie den Boden mit alten Zeitungen oder einer Plastikfolie ab. Stellen Sie Holzlatten mit Haken zum Aufhängen der Kerzen bereit. Hilfreich ist auch ein Tisch zum Schneiden und Verzieren der Kerzen.

Wachs schmelzen
Das Wachs wird in einem Wasserbad zum Schmelzen gebracht. Überwachen Sie die Wachstemperatur mit Hilfe eines Thermometers - Ideale Wachstemperatur: ca. 80°C. Bei längerem Kerzenziehen sinkt der Wachspegel in den Tauchgefässen. Füllt man Pastillen ungeschmolzen nach, schwimmen diese oben auf. Verwenden Sie deshalb ein zusätzliches Schmelzgefäss, in dem Sie das nötige Wachs im Wasserbad vorschmelzen. Barren können Sie ohne Problem direkt in das Tauchgefäss geben.

Docht auswählen
Wählen Sie den Docht aus, der für Ihren Kerzendurchmesser geeignet ist. Bei konischen Kerzen gilt der mittlere Durchmesser. Im Zweifelsfall wählen Sie den dünneren Docht - ein zu dicker Docht russt. Wichtig beim Runddocht ist die Laufrichtung. Die Dochtfasern müssen auf der abgeflachten Seite V-förmig nach unten zeigen. Wenn Sie den Docht von der Rolle abschneiden, knüpfen Sie am besten sogleich wieder eine Schlaufe. So bildet das äussere Dochtende immer die Kerzenspitze. Oft werden die Kerzen mit dem Kopf nach unten gegossen. Dabei sollte man nicht vegessen, auch den Docht zu kehren. Für das Giessen von Schwimm- und Rechaudkerzen können Sie auch vorgewachste Dochte mit Metallplättchen verwenden.

Eintauchen und Geradeziehen
Bleiben Sie beim ersten Tauchgang etwas länger (ca. fünf Sekunden) im Wachsbad, damit sich das Baumwollgewebe des Dochtes vollsaugen kann. Tauchen Sie den Docht nur bis ca. 1,5 cm zur Schlaufe ein. Ziehen Sie den Docht nach den ersten Tauchgängen wieder gerade.

Abtropfen lassen
Lassen Sie die Kerze nach jedem Tauchgang abtropfen. Sie soll sich auf Körpertemperatur (ca. 35°C) abkühlen. Wenn Sie beim Berühren der Wange keinen Wärmeunterschied mehr spüren, kann der nächste Tunkvorgang folgen. Bei zu schnellem Arbeiten kann sich die Kerze so sehr erwärmen, dass sie sich wieder vom Docht löst. Wer ohne Unterbruch Kerzen ziehen möchte, arbeitet am besten mit vier bis sechs Dochten, die er der Reihe nach ins Wachsbad taucht. Wenn Sie eine längere Pause machen und die Kerze sich stark abgekühlt hat, sollte der erste Tauchgang nach dem Unterbruch etwa fünf Sekunden dauern.

Rhythmus
Mit der Zeit findet man beim Kerzenziehen seinen eigenen Rhythmus: Kerze eintauchen, ca. eine Sekunde warten, Kerze herausziehen, abtropfen und auskühlen lassen. Die Kerze sollte, speziell bei reinem Bienenwachs, langsam eingetaucht werden. Sowohl Eintauchen als auch Herausziehen sollten möglichst ohne ruckartige Bewegungen erfolgen.

Boden
Am unteren Kerzenende bildet sich ein Wachspfropfen. Mit einer erwärmten Klinge können Sie diesen wegschneiden. Ist die Kerze schon kalt, tauchen Sie diese vorher nochmals fünf bis sechs mal ins Wachsbad, damit sie wieder bis zum Kern warm wird. Auch hier wieder beim ersten Nachtauchen fünf Sekunden warten.

Abrollen
Nun rollen Sie den unteren Kerzenrand auf einer harten Unterlage nach innen. Ganz zum Schluss wird der Docht auf 1 cm abgeschnitten. Fertig ist Ihr Werk.